Mobile Sicherheit und Homeoffice: Datenschutz auch außerhalb des Büros

von Marco

Spätestens seit der zunehmenden Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Homeoffice bedingt durch die Corona Pandemie und dem vermehrten mobilen Arbeiten auf Geschäftsreisen gehört flexibles Arbeiten für viele Unternehmen zum Alltag.

Mitarbeitende greifen von zuhause, aus dem Zug oder aus Hotels auf Unternehmensdaten zu und nutzen dabei unterschiedlichste Geräte und Netzwerke. Diese Flexibilität bringt viele Vorteile mit sich, erhöht aber gleichzeitig die Anforderungen an Datenschutz und Informationssicherheit. Aus Sicht des Datenschutzes handelt es sich hierbei um konkrete Anforderungen an die datenschutzkonforme Verarbeitung personenbezogener Daten gemäß Art. 5 und Art. 32 DSGVO.

Risiken im Homeoffice und unterwegs

Besonders im Homeoffice können die berufliche und private Nutzung miteinander vermischen. Dokumente werden auf dem heimischen Küchentisch bearbeitet, dienstliche Telefonate finden in gemeinsam genutzten Räumen in der Anwesenheit von Dritten statt und Unternehmensdaten werden über private WLAN-Netzwerke übertragen. Für Unternehmen entsteht dadurch die Herausforderung, personenbezogene Daten auch außerhalb der eigenen Büroinfrastruktur angemessen zu schützen. Denn auch außerhalb des Büros gelten die datenschutzrechtlichen Anforderungen unverändert fort.

Ein zentrales Risiko liegt dabei in unzureichend gesicherten Endgeräten. Notebooks, Smartphones oder andere Geräte sollten deshalb grundsätzlich durch aktuelle Sicherheitsupdates, starke Passwörter und eine Mehr-Faktor-Authentifizierung geschützt werden. Auch die Verschlüsselung mobiler Geräte spielt eine wichtige Rolle. Geht ein Gerät verloren oder wird es gestohlen, kann verhindert werden, dass Unbefugte Zugriff auf sensible Daten erhalten.

Ebenso wichtig ist die sichere Nutzung von Netzwerken. Öffentliche WLAN-Netze, etwa in Hotels, Cafés oder Bahnhöfen, stellen ein erhebliches Risiko dar, da Datenübertragungen dort häufig leichter abgefangen werden können. Unternehmen sollten deshalb sichere VPN-Verbindungen bereitstellen, damit Mitarbeitende auch unterwegs geschützt auf die interne IT-Infrastruktur zugreifen können.

BYOD im Homeoffice und bei mobiler Arbeit

Besondere datenschutzrechtliche Herausforderungen ergeben sich beim Einsatz privater Geräte im beruflichen Umfeld („Bring Your Own Device“ – BYOD). Gerade im Homeoffice oder bei mobiler Arbeit greifen Mitarbeitende häufig spontan auf private USB-Sticks, Laptops oder Smartphones zurück, um flexibler arbeiten zu können. Dabei fehlt jedoch oft eine klare Trennung zwischen beruflicher und privater Nutzung. Dadurch steigt das Risiko, dass personenbezogene Daten unkontrolliert gespeichert, über unsichere Anwendungen verarbeitet oder unbeabsichtigt an Dritte weitergegeben werden. Gleichzeitig wird es für Unternehmen schwieriger, Sicherheitsstandards durchzusetzen oder im Fall eines Geräteverlusts angemessen zu reagieren. Aus datenschutzrechtlicher Sicht sollten daher klare Regelungen zur Nutzung privater Endgeräte bestehen, insbesondere hinsichtlich der Zugriffsrechte, der Verschlüsselung, zu Löschkonzepten und der Installation dienstlicher Anwendungen. Aus Sicht eines Datenschutzbeauftragten ist BYOD deshalb regelmäßig nur dann vertretbar, wenn technische Kontrollmechanismen, verbindliche Richtlinien und eine klare Trennung privater und geschäftlicher Daten gewährleistet werden können.

Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen

Neben technischen Maßnahmen bleibt jedoch auch das Verhalten der Mitarbeitenden entscheidend. Gerade auf Geschäftsreisen können vertrauliche Informationen schnell unbeabsichtigt offengelegt werden – beispielsweise durch offene Bildschirme im Zug, durch laut geführte Telefonate oder durch unbeaufsichtigte Geräte. Datenschutz beginnt daher oft bei einfachen organisatorischen Maßnahmen: Geräte sollten niemals unbeaufsichtigt bleiben, Bildschirme bei Abwesenheit gesperrt werden und sensible Gespräche möglichst nicht in öffentlichen Bereichen stattfinden.

Auch im Homeoffice sollten klare Regeln für mobiles Arbeiten gelten. Dazu gehören insbesondere Vorgaben zur Nutzung privater Geräte sowie zum Umgang mit Papierunterlagen und dienstlichen Dokumenten. Datenschutz und Informationssicherheit lassen sich langfristig nur wirksam umsetzen, wenn Mitarbeitende die bestehenden Anforderungen kennen und für typische Risiken im mobilen Arbeitsalltag sensibilisiert werden. Häufig entstehen Datenschutzvorfälle nicht durch komplexe technische Angriffe, sondern durch alltägliche Nachlässigkeiten. Umso wichtiger sind praxisnahe Richtlinien und regelmäßige Schulungen, um ein datenschutzkonformes Verhalten nachhaltig zu fördern.

Fazit und Ausblick

Mobiles Arbeiten und Homeoffice werden auch künftig fester Bestandteil moderner Arbeitswelten bleiben. Unternehmen sollten Datenschutz und Informationssicherheit deshalb nicht als Hindernis verstehen, sondern als grundlegende Voraussetzung für sicheres und vertrauensvolles Arbeiten – unabhängig davon, ob im Büro, zuhause oder unterwegs.

Falls Sie Fragen zum geschilderten Thema und/oder zu anderen datenschutzrelevanten Themen haben, kontaktieren Sie uns einfach!

Zentrale Hutthurm: +49 (0) 8505 91927 – 0

Niederlassung München: +49 (0) 89 413 2943 – 0

Oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Marco

Marco begann 2017 ein Lehramtsstudium, orientierte sich jedoch später neu und sammelte über zweieinhalb Jahre hinweg umfangreiche Erfahrung im öffentlichen Dienst, insbesondere im administrativen Bereich. Im Anschluss absolvierte er seine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement bei aigner business solutions, die er mit herausragender Leistung abschloss. Im Rahmen seiner Ausbildung unterstützte er bereits tatkräftig die Bereiche Finance, Personal sowie das Datenschutz-Team im Backoffice.

Seit seiner Übernahme verstärkt Marco nun unser Team fest und bringt sein Know-how gezielt in den Bereichen Human Resources und Datenschutz ein. Mit seinem Engagement, seiner strukturierten Arbeitsweise und seinem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein ist er eine wertvolle Bereicherung für unser Unternehmen.