Gefahren bei Geschäftsreisen nach China und USA

Reisen Ihre Mitarbeiter auch nach China oder USA? Was gilt es aus Sicht von Datenschutz und IT-Sicherheit dabei zu beachten? Wie vermehrt Nachrichtenportale berichten, rät der Verfassungsschutz erneut zur Vorsicht bei der Verwendung von mobilen Endgeräten und empfiehlt sogar u.U. das Vernichten des Endgerätes mittels „Wegwerfhandys“ nach Beendigung der Reise. Tatsächlich besteht in den genannten Ländern ein erhöhtes Risiko für die Kommunikation mit Laptop und Handy.

Wie Sie im Fall einer Dienstreise richtig handeln, was Sie bei Ihren Reisevorbereitungen und während Ihres Aufenthalts beachten sollten und was wir Ihnen empfehlen, das erfahren Sie in diesem Artikel.

Aufgrund der zunehmenden, teils aggressiven Spionagegefahr, die vor allem bei Reisen nach China ein großes Risiko darstellt, ist besondere Vorsicht geboten, wenn Sie Ihre Führungskräfte oder Außendienstmitarbeiter insbesondere nach China entsenden. Dieses Risiko kann eingedämmt werden, in dem Sie vor Abreise Sicherheitsvorkehrungen treffen, wie zum Beispiel nur Reiselaptops oder ein „Wegwerfhandy“ (Prepaid) für diese Reisen beschaffen und verwenden. Diese sollten dann ausschließlich persönlich genutzt und keinesfalls aus der Hand gegeben werden.

Alle auf den Geräten befindlichen, mitgeführten und gespeicherten Daten (vor allem Kontakte) sollten sich auf das notwendige Maß beschränken. Nach Rückkehr aus China gilt es, eine gründliche Virenprüfung oder besser noch eine Neuinstallation der Geräte durchzuführen, d.h. das Zurücksetzen auf Werkseinstellung bei Mobiltelefonen oder die Neuinstallation von Laptops.

Seit kurzem ist bekannt, dass z. B. in einer chinesischen Provinz eine Überwachungs-App auf den Smartphones Einreisender installiert wird. Die App untersucht die Geräte automatisiert auf unerwünschte bzw. verdächtige Inhalte, auch ermöglicht sie Datenabfluss.

Ein erhebliches Risiko entsteht z. B. auch durch die Einwahl in lokale WLAN-Netze in China. Die Überwachung der Telekommunikation, persönlicher Daten sowie dem mobilen Datenverkehr steht in China an der Tagesordnung. Dies kann z. B. bereits beim Hotelaufenthalt bei der Einwahl in das Hotel-WLAN geschehen.

Auch vor der Abreise nach China werden bei der Beantragung des Visums neuerdings erheblich mehr und sehr genaue Informationen erfragt. Durch eine detaillierte Abfrage von Angaben gelingt es so den chinesischen Sicherheitsbehörden und Nachrichtendiensten, aus der Masse der Antragsteller die für sie interessanten Reisenden aufzuspüren. Auch hier ist also Vorsicht geboten, welche Angaben man mit dem Formular übermittelt. Es wird angeraten, Angaben z. B. vor allem hinsichtlich aktueller und früherer Beschäftigungsverhältnisse und auch Vorgesetzter, nur sehr abstrakt auszufüllen.

Wenn man oben beschriebene „Zustände“ bedenkt, ist es nicht verwunderlich, dass Teile der deutschen Bevölkerung von einer Beteiligung des chinesischen Telekommunikationsausrüster HUAWEI am Aufbau des schnellen 5G-Mobilfunknetzes in Deutschland nicht gerade begeistert sind, da man sich nicht das „Trojanische Pferd“ ins Land holen möchte. Zu groß ist die Angst vor vollständiger Überwachung und Spionage durch China. Deutschland hat hier aber noch keine abschließende Entscheidung getroffen.

Fazit:

Eine sorgfältige Vorbereitung von Reisen nach China sollte stets gegeben sein. Übrigens empfehlen wir Ihnen nicht, Handys gleich zu vernichten, sondern bei Rückkehr von Reisen (z.B. von Außendienstmitarbeitern aus China) die Handys aber mindestens auf Werkseinstellung zurückzusetzen – gleiches gilt im Übrigen auch für Reisen in die USA.

Wenden Sie sich gerne bei Fragen zu diesem Thema und Beratungsbedarf an unseren Ansprechpartner im Bereich IT-Sicherheit:
Thomas Greiner | thomas.greiner@aigner-business-solutions.com | Tel: 08505-91927-0

Quelle: Handelsblatt